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Agile Strate­gie­arbeit

Von der Masche zum Machen

Agile Arbeitsweisen sind etwas Wunderbares. Sie decken sehr schnell auf, ob man an echten Problemen oder hausgemachten Fake-Challenges arbeitet. Agile Strategiearbeit ist aber auch ein dickes Brett und erfordert einen elementaren Mindshift.

Agile Strategien helfen, aus der Fülle von Themen die richtigen auszuwählen. Sie machen uns handlungsfähig in einer Zeit, in der Märkte, Dienstleisterstrukturen und Kompetenzbereiche immer volatiler werden. Nicht zuletzt schafft agile Strategieentwicklung das, was mit „der Kunde ist König“ seit Jahrzehnten versprochen, aber nie wirklich eingelöst wurde: echte Kundenorientierung von Anfang an. Es geht von „für den Kunden“ zu „mit dem Kunden“. Dadurch spart man nicht nur Zeit, Geld und wertvolle Hirnkapazitäten. Man wird vor allen Dingen substanziell besser und anpassungsfähiger.

Wer agile Strategiearbeit leisten will, muss sich aber auch der unbequemen Wahrheit stellen, dass es ein harter Brocken ist, die gelernten Strukturen zu verlassen und sich voll und ganz auf neue Arbeits- und auch Denkweisen einzulassen. Und er muss sich mit den langfristig angelegten Strategien auch von der letzten Bastion der Regelhaftigkeit verabschieden. Strategieentwicklung wird ergebnisoffener. Verstehen Sie das bitte nicht falsch: Agilität hat nichts mit Unentschlossenheit zu tun. Es bedeutet vielmehr den Mut zu haben, seinen Weg zum Ziel immer wieder neu zu justieren.

Aus unserer Sicht sind es vier Phänomene, auf die wir uns einstellen müssen, wenn wir Strategieentwicklung erfolgreich agil betreiben wollen: Iteration, Scoping, Co Creation und Prototyping.

Dinge sind schöner, wenn man sie teilt

Iteration – Kontinuierliche(s) Schleifen

Wir müssen lernen und aushalten, uns in kleinen, iterativen Schritten vorzutasten – nicht mehr starr auf Kurs zu fahren, sondern auf Sicht. Es geht darum, mit den richtigen Leuten zur richtigen Zeit zu sprechen, in kleinen Schritten nach der Wahrheit zu schöpfen. Wer so arbeitet, muss viel mehr Zeit für Abstimmung und Planung aufwenden. Er braucht den Mut, Projekte zu stoppen, die nicht zukunftsfähig sind. Frühzeitig zu akzeptieren, wenn etwas nicht funktioniert bedeutet auch, Ressourcen für die richtigen und wichtigen Projekte zu gewinnen. Iteration hilft, die richtigen Dinge richtig zu machen. Dieses übergeordnete Phänomen spielt in allen Phasen agiler Strategieentwicklung eine wichtige Rolle.

Scoping – challenge the challenge

Höchste Zeit, ich weiß bloß nicht wofür! Immer mehr Projekte in immer kürzerer Taktung haben unklare oder leicht diffuse Zielbilder. Beim Scoping geht es darum, die Aufgabe konstruktiv zu hinterfragen. Ziel ist, das eigentliche Problem ebenso wie die wahre Zielsetzung klar beim Namen zu nennen und ein präzises Verständnis für den Auftrag zu entwickeln. Es dient dazu, eine gemeinsame Zielvorstellung zu formulieren und der eigentlichen Herausforderung auf den Zahn zu fühlen. Wer diesen Schritt überspringt, muss sein Projekt nicht zwangsläufig vor den Baum fahren, aber er wird auf jeden Fall länger brauchen und Kraft und Zeit vergeuden.

Co Creation – Happily not invented here

Die Probleme der Zukunft wird niemand mehr alleine lösen. Durch Co Creation entstehen bessere Produkte und Lösungen, weil potenzielle Nutzer, Technologiepartner und andere Wirkkraftverstärker konsequent in den Entwicklungsprozess einbezogen werden. Es geht darum, von der ersten Sekunde an etwas gemeinsam zu entwickeln. Für erfolgreiche Co Creation ist der konstruktive Umgang mit Kritik genauso wichtig wie die Offenheit für gute Lösungsansätze, die bereits außerhalb des Unternehmens existieren.

Prototyping – Proof point over PowerPoint

Beim Prototyping geht es darum, schnell und verlässlich ein Gefühl für Güte und Belastbarkeit einer Idee zu bekommen und Ergebnisse in kürzester Zeit greifbar zu machen. Das gilt für jede Neuentwicklung – sei es ein physisches Produkt oder ein Service. Man kann alles prototypen. Achtung: Prototyping ist kein Schönheitswettbewerb. Es geht um die Sache, die Funktion, die Substanz und natürlich auch darum, Menschen zu begeistern.

So übergreifend und universell diese 4 Phänomene sind, so unterschiedlich ist agile Strategiearbeit in der Praxis. Dabei ist Agilität kein Persilschein für entscheidungsschwache Manager oder planloses Projektchaos. Im Gegenteil: Geschwindigkeit, Komplexität und Ergebnisoffenheit von agilen Projekten bedürfen eines besonders systematischen und ernsthaften Prozesses.

Agile Strategieentwicklung in der Praxis

In der Praxis existieren diese Methoden und Tools immer seltener in Reinkultur. Innovative Unternehmen probieren aus, kombinieren und adaptieren selbstbewusst und neugierig die unterschiedlichsten Ansätze und finden so schrittweise ihren eigenen Weg zu mehr Agilität. Beim diffferent Open House 2016 in Berlin haben wir u.a. mit Experten wie Barbara Heitger (Heitger Consulting), Anatol Scholz (DB Regio), Reza Moussavian (Deutsche Telekom), Sören Ziems (Magic Internet), Felix Berghöfer (Zalando) und Julia von Winterfeldt (SOULWORX) diskutiert, wie man „Agile“ nicht nur als schönes Buzzword ins Unternehmen trägt, sondern einen echten Mindshift in der Organisation herbeiführt.

„Machen ist wie wollen, nur krasser“ (Sören Ziems). Beim Münchener Open House haben wir uns Sören Ziems‘ Maxime zu Eigen gemacht und drei echte Challenges von drei echten Kunden angepackt. Innerhalb weniger Stunden wurde dort agile Strategiearbeit vom Feinsten geleistet – vom Scoping bis zum fertigen Prototypen.

„Agile“ ist kein Tool, es ist ein Mindset, das es zu verinnerlichen gilt. Eine komplette Organisation agil aufzustellen, ist harte Arbeit. Dabei ist es nicht nur OK, Fehler zu machen. Fehler sind der beste Weg zur Exzellenz.

Wenn Sie mehr über das Thema erfahren und agile Strategieentwicklung einmal im eigenen Unternehmen ausprobieren wollen, haben wir hier eine Möglichkeit, gemeinsam ins agile Denken und Handeln zu kommen.

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