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Artikel
10. Sept. 2026

Die teuerste Studie ist die, die nicht genutzt wird.

von Steffen Becker und Reha Yildirimman

Synthetische Personas: Wie berechtigt ist die Goldgräberstimmung?

Synthetische Personas sind schon seit längerem ein heißes Thema in Consumer Research. KI-Agenten, die sich wie Zielgruppen verhalten, die man befragen kann, die antworten. Teams lieben die Idee, weil sie Research ohne Vorlaufzeit verspricht. Aber wer nur auf das Tool schaut, übersieht das eigentliche Problem:

60 Prozent der deutschen Unternehmen nutzen ihr Datenpotenzial kaum oder gar nicht (Bitkom, 2024). Nur 53 Prozent der Marketingentscheidungen werden tatsächlich von verfügbaren Analytics beeinflusst (Gartner, 2023). Organisationen forschen viel. Entschieden wird trotzdem aus dem Bauch.

Steffen Becker

"Entscheidungsprozesse sind häufig schlicht nicht darauf ausgelegt, Evidenz einzubeziehen. Wer glaubt, ein neues Tool löst das, hat aus 20 Jahren Knowledge Management nichts gelernt."

Von verschenkten Potenzialen und zu viel Toolgläubigkeit

Wir sehen das regelmäßig: Ein Team beauftragt eine aufwändige Studie, präsentiert die Ergebnisse einmal und legt sie ab. Zwei Stockwerke weiter sucht ein anderes Team genau diese Antworten.

Studien verschwinden nach Projektabschluss auf Servern. Insights stecken in 80 Seiten PDFs, die niemand liest. Entscheidungsprozesse sind schlicht nicht darauf ausgelegt, Evidenz einzubeziehen. Wer glaubt, ein neues Tool löst das, hat aus 20 Jahren Knowledge Management nichts gelernt.

Bevor es also um Tools geht, steht eine unbequemere Frage: Wie werden Entscheidungen in unserer Organisation eigentlich gefällt? Und was braucht es, damit nicht der gewinnt, der am lautesten argumentiert, sondern der mit der besten Evidenz? Wir nennen diese Arbeit an Strukturen und Prozessen Research Integration.

Wenn diese Fragen beantwortet sind, lohnt der Blick auf Tools. KI-Agenten reichen dabei weit über Synthetische Personas hinaus: Ein Data Gap Finder gleicht jede Frage gegen die Wissensbasis ab und zeigt, wo wir Evidenz haben und wo wir seit Jahren raten. Daten zugänglich machen, strukturieren und über Agenten nutzbar machen nennen wir Research Mining.

Beides gehört zusammen, denn eins ohne das andere verpufft. Am Ende entscheidet, wie eine Organisation mit dem umgeht, was sie (nicht) weiß.

Ihr wollt wissen, was eure Organisation weiß und nicht nutzt — und wo die blinden Flecken liegen? Wir zeigen es euch!

Steffen Becker und Reha Yildirimman freuen sich auf den Austausch mit Euch!

Wir freuen uns über Anfragen!

Reha Yildirimman,

Data & AI Lead

Ein Porträt von Reha Yildirimman